Suche
  • E-Mail: kontakt@aquamondo.eu
Suche Menü

Wieso es so schwer ist, als dicke Frau einen Sportbadeanzug zu finden

Weißt Du, was wirklich verrückt ist? Das dicken Frauen so oft empfohlen wird, Aquafitness zu machen, weil dieser Sport guttut und die Gelenke schont. Daran ist im Prinzip alles richtig – insbesondere, wenn eine Gewichtsabnahme nicht die erste Prämisse ist.

Crazy wird es dadurch, dass das für manche gar nicht möglich ist – und zwar aus einem ganz banalen Grund: Weil sie keinen Sportbadeanzug finden, der Ihnen richtig gut passt, die Brüste auch beim Hüpfen im Körbchen lässt, nicht aussieht als wäre er aus Großmutter`s Grabbelkiste und kein Vermögen an Liefergebühren kostet.

Wahrscheinlich war genau deshalb der Wunsch meiner Facebook-Gruppe so groß, dass ich einen Beitrag über Sportbadeanzüge in großen Größen mit großen Cups schreibe😊

Da dieser Auftrag Einiges an Recherche und Kommunikation mit Herstellern mit sich bringt, möchte ich vorab schon darauf eingehen, warum die Dinge eigentlich so sind, wie sie sind.

Bademoden-Hersteller kommen aus ganz unterschiedlichen Branchen

Wenn wir über Bademode sprechen, haben wir es im Groben mit vier unterschiedlichen Branchen zu tun und jede folgt einem anderen Fokus auf das Thema:

Bademode von Sportartikelherstellern rückt HighTech-Materialien in den Vordergrund

In der Sportbranche geht man per se davon aus, dass dicke Frauen (und Männer) keinen Sport treiben (wollen). Deshalb produzieren viele Sportartikelhersteller ihre Badeanzüge auch max. bis Kleidergröße 46.  Alles andere würde dem sportlichen (schlanken, durchtrainierten) Image der Branche schaden.

Die Grenzen weichen sich da zwar langsam auf, aber eben auch nur sehr langsam. Vorreiter sind die  Segmente Fitness und Running, in denen manche Hersteller langsam auf den „Plus Size Trend“ aufspringen. Das man von einem Trend spricht, finde ich immer ganz besonders witzig, wenn man bedenkt, dass 80% der deutschen Frauen eine Konfektionsgröße 42/44 oder mehr tragen.

Ich gehe aber davon aus, dass die Veränderungen im Segment Swimwear noch etwas auf sich warten lassen. Zumindest in Deutschland. In anderen Teilen der Welt geht man deutlich aufgeschlossener mit sportlicher Bademode in großen Größen um. Allen voran in UK, den USA und Australien.

Ein weiterer Faktor, warum Sportartikelhersteller den Plus Size Bereich nur langsam erobern, ist die Schnittkonstruktion. Es reicht eben nicht, die bestehenden Modelle zu extrapolieren, sondern es müssen gesonderte Bademoden-Modelle in großen Größen entwickelt werden. Und so eine Produktentwicklung ist ein sehr komplexes und kostspieliges Unterfangen. Dieser Bereich wird dann der Lingerie-Branche überlassen, die viel stärker auf optimale Passform setzt.

Sportartikelhersteller konzentrieren sich eher darauf, Bademoden-Modelle mit neuen HighTech-Materialien für den Wettkampfbereich zu entwickeln. Dort liegt ihre Kompetenz.

Bademode aus der Lingerie-Branche setzt auf Passform

In der Lingerie-Branche wird verstärkt auf Passform und Style gesetzt. Das macht total Sinn, denn die Konstruktion von BH’s und Bikini-Oberteilen kann man nur als hohe Kunst bezeichnen. Ich persönlich verneige mich vor jedem Schnittkonstrukteur, der mit viel Fingerspitzengefühl gutsitzende Badeanzüge, BH´s und Bikini´s zaubert.

In dieser Branche hat man mittlerweile verstanden, dass es Frauenkörper fernab der Körbchengröße 75B gibt. „Big Cups“ sind hier ein großer Trend und eines der am stärksten wachsenden Segmente. Das macht sich dankenswerter Weise auch in der Bademode der Lingerie-Hersteller bemerkbar. Die Auswahl an modischen Badeanzügen und Bikini`s in großen Größen und mit großen Cups wächst ständig, findet den Weg in die gängigen Shops deutscher Einkaufsmeilen aber eher nicht.

Aber dafür gibt es ja die kleinen, feinen Braffiting-Läden, wo man mit offenem Ohr, Herz und dem passenden Angebot empfangen wird. Ich kann nicht oft genug betonen, welch´ Offenbarung diese Erkenntnis für mich war. Mein tiefster Dank an Anne-Luise Lübbe von der BH-Lounge/Hannover, Anja Wermann von Everyday Boudoir und Agnieszka Stepnikowska-Berns von Brafinette/Berlin.

Für modische Badeanzüge und Bikini`s in großen Größen und mit großen Cups – z.B. für den Strandurlaub – gibt es deshalb nur eine sinnvolle Bezugsquelle: Die Brafitterin Deines Vertrauens😊

Sportbadeanzüge, die wirklich für regelmäßiges Training im Wasser gedacht sind und dazu auch noch passen, werden in der Lingerie-Branche zwar hergestellt, bilden aber eine kleine Nische.
Die entsprechenden Sportbade-Modelle werde ich Euch in den nächsten Artikeln präsentieren😊

Bademode aus der Mode-Branche orientiert sich an Trends

Mittlerweile verfügt fast jede Modekette auch über eine Swimwear-Linie, die im Frühjahr die Shops schwemmt. Aber nicht umsonst spricht man bei den großen Ketten heute von „Fast Fashion“.

Marke: H & M | Modell: Badeanzug mit Langarm | Gr. XS – L

Diese Badeanzüge und Bikini’s sind einfach nicht für die Ewigkeit oder regelmäßiges Training gedacht. Und vom Größenspektrum und der Passform brauchen wir gar nicht reden.

Hier geht’s nur um eines: Style, Style und nochmal Style.

Swimwear-Designer-Labels müssen kostenorientiert arbeiten

Mein Herz brennt ja für die kleinen, feinen, inhabergeführten Designer-Labels. Vor jedem Label, das sich traut, gerade in Deutschland (dem Land mit den meisten Sonnenstunden pro Jahr😉), eine Swimwear-Marke aufzubauen, ziehe ich den Hut. Das ist nämlich eine Herkules-Aufgabe, der Suzanna Kuhlemann von 1979, Sonja Palma von Woodlike oder auch Frauke Nagel von Fräulein Annie mit viel Herzblut trotzen.

Und so sehr ich mir auch wünschen würde, dass ein solches Designer-Label Sportbadeanzüge in großen Größen und mit großen Cups produziert – ich verstehe, wieso sie es nicht tun! Weil es einfach eine wahnwitzige Investitionssumme ist, die man dafür aufbringen und mit der man in Vorleistung gehen muss.

Hättet Ihr gedacht, dass man nur für die Produktion von z.B. 3 Badeanzügen mit je 5 Farben und jeweils in den Größen S, M, L ganz schnell bei einer Investition von 20.000 € landet?
Das sind nämlich schon 45 Einzelmodelle. Lässt man pro Modell nur 50 Stück fertigen, macht das 2.250 Badeanzüge. Pro Jahr! Denn im Folgejahr sind vielleicht ganz andere Farben angesagt.

Die hunderte Stunden für die Schnittkonstruktion, Produktion von Musterteilen, den Vertrieb, das Marketing etc. sind in diesen 20.000 € noch gar nicht einkalkuliert! Das kommt on top.

Wenn Du jetzt bedenkst, dass dicke Frauen noch variantenreichere Figuren haben und entsprechende Größenbandbreiten benötigen und die Schnittkonstruktion und Produktion komplexer und teurer ist. Dann verstehst Du, wieso eine Kollektion Sportbadeanzüge in großen Größen und mit großen Cups eine One-Women-Show die Existenz kosten kann.

Waren diese Hintergründe eine Hilfe für Dich? Dann hinterlasse mir gern einen Kommentar!

Du willst wissen, wo Du nun doch einen Sportbadeanzug in großen Größen und mit großen Cups herbekommst? Dann komme in meine Facebook Gruppe und freue Dich auf die nächsten Beiträge dieser Reihe!

________________________________

Autor: Tina Stavemann

 

 

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen!
    Ich habe bislang zwar noch immer Glück gehabt (Adidas), aber wenn der Schnitt sich mal etwas ändert, ist das schnell „ungünstig“. Auch die Anprobe ist da nicht immer die reine Freude.
    In diesem Sinn: Danke für den Beitrag!
    Übrigens: bei Sheego findet man eine relativ große Auswahl und kann ganz ohne peinliche Blicke von extrem sportlichen Verkäuferinnen, die mitleidig auf die Büffelhüfte schauen, zu Hause probieren, was passt.

    Antworten

    • Liebe Uta, vielen Dank für das Kompliment! Ja, Sheego gehört auch zu einer meiner Lieblingsshops. In Sachen Swimwear werde ich da aber nicht fündig.

      Antworten

  2. Bin stark übergewichtig. Hab mir einfach einen Sportbadeanzug bei eBay bestellt. Glaub der kostete keine 10 Euro. Keine Cups aber dafür mit X auf dem Rücken weil mir sonst die Träger non stop von den Schultern rutschen würden. Ich bin zufrieden und kann mich, wie mir scheint glücklich schätzen den Badeanzug gefunden zu haben. 😁

    Antworten

    • Toll, Kati, wenn Du so einen Schnapp gemacht hast, in dem Du Dich wohl fühlst und der Dir auch im Brustbereich genug Halt gibt:-)

      Antworten

  3. Liebe Tina,

    vielen Dank für den Artikel, du sprichst mir aus dem Herzen!

    Mein persönlicher Tipp: Umsteigen auf Bikini. Da kann ich Hose und Oberteil getrennt und passend kaufen. Alles sitzt, die große Brust wird gut gehalten, nichts kneift.

    Nun brauchen wir nur noch für Frauen, die keinen Bauch zeigen wollen, passende Schwimmshirts. 😉

    Antworten

    • Danke, liebe Dörte!
      Ja, Schwimmshirts, die dann auch bei den Bewegungen nicht hoch runten wie viele Tankinis. Das waäre der Hit:-)

      Antworten

  4. vielen Dank für den Artikel. Genau so ist es.

    Bei mir kommt hinzu: ich habe 50 kg abgenommen. Dh meine Brust sitzt auf keinen Fall mehr da wo man sie eigentlich vermuten würde. Ich passe jetzt zwar in einen Schwimmanzug hinein. Aber dadurch bildet sich jetzt eine Front. Ich habe gar keine Brust mehr, weil diese sich mit dem Bauch vereint. Schwimmanzüge sind aber für mich besser als normale Badeanzüge, da ich es lästig finde ständig zu zoppeln weil die Träger rutschen. Ein Bikini ist auch noch keine Lösung, da ich durchs schwimmen erst einmal die überschüssige Haut festigen möchte, bevor ich sie stolz zur Schau trage.

    Wenn jemand für diesen. Fall eine Idee hätte … ich wäre dankbar!!

    Antworten

    • Vielen Dank für das Kompliment, liebe Anja:-)

      Zum einen empfehle ich Dir mal zum Brafitting-Studio nach Mainz zu fahren und Dich dort beraten zu lassen. Ich bin mir sehr sicher, dass Kasia dort eine Lösung für Dich hat. Neben BHs vertreibt sie auch Bademode. Insbesondere die Marke Elomi und ihr Schwimm-BH könnten für Dich interessant sein. Um dann alles andere gut zu verpacken, könntest Du Dir entweder ein UV-Shirt über den Schwimm-BH ziehen oder gleich auf einen Ganzkörper-Schwimmanzug für das Freiwasser-Schwimmen umsteigen. So einen Anzug bekommst Du bei Decathlon für ca. 100 €. Ich trage eine Kleidergröße 48 und habe mir kürzlich ein Modell dort gekauft, das sehr gut passt. Diese Anzüge sind elastischer als Neopren-Anzüge und eignen sich auch für Aquafitness-Bewegungen.

      Ich hoffe, ich konnte Dir weiter helfen.
      Liebe Grüße, Tina

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.