Nachdem ich im ersten Beitrag zu diesem Thema erklärt habe, wieso es so schwierig ist, als dicke Frau einen Sportbadeanzug zu finden, kommt heute meine Ausbeute.

Wie Du vielleicht bereits mitbekommen hast, stammt das Thema für diesen Beitrag von den Mitgliedern in meiner Facebook-Gruppe. Und ehrlich gesagt war mir am Anfang selbst nicht klar, wie schwierig es wird, Sportbadeanzüge in großen Größen und mit großen Cups zu finden.

 

Was ist eigentlich ein „Sportbadeanzug in großer Größe und mit  großem Cup“?

 

Diese Frage müssen wir zuerst klären, damit du verstehen kannst, wieso die (Nicht-) Auswahl ist wie sie ist.

Was ist ein Sportbadeanzug?
Ein Sportbadeanzug ist für mich ein Einteiler, der auf jeden Fall gekreuzte Träger hat – in welcher Form auch immer. Denn nur so ist gewährleistet, dass die Träger auch bei starken Bewegungen nicht von der Schulter rutschen.

Zusätzlich zeichnet sich für mich ein Sportbadeanzug auch durch ein sportliches Design aus. Damit fallen für mich komische Raffungen und Schnürungen raus. Ebenso halte ich nichts von rein schwarzen Einteilern. ich gehe nicht zur Beerdigung, sondern zum Sport.
Ich will mich auch nicht verstecken. Mein Körper verdient in ebenso schicke Streifen, Farben etc. gesteckt zu werden, denn ich gebe meinen Sportsgeist nicht am Schwimmbad-Eingang ab. Ich möchte auch als Plus Size Frau als Sportlerin wahr und ernst genommen werden.

Was ist eine große Größe?
In der Modeindustrie gelten alle Größen ab Gr. 42 als Übergrößen. Ein Witz – ich weiß -, weil 80% aller Frauen eine Gr. 42 und mehr tragen. Aber die Industrie spekuliert darauf, dass wir Frauen uns regelmäßig in kleinere Größen rein hungern. Dieses Konzept geht auf und der Umsatz stimmt nach wie vor. Deshalb sind aus Sicht der Industrie auch keine Veränderungen notwendig.
Manche Marken teilen das Übergrößen-Segment aber nochmals in die „Inbetweenies“ (Gr. 42 – 46) und die „wirklichen“ Übergrößen (ab Gr. 48 aufwärts).
Das führt dazu, dass sogar einige Sportmarken noch Sportbadeanzüge in Gr. 46 führen. In der Regel aber ohne Cups.

Was ist ein großes Cup?
Dieser Zusatz, den sich meine Facebook-Gruppen-Mitglieder explizit gewünscht haben, schraubt nochmals ordentlich an der Schwierigkeitsstufe, macht aber total Sinn. Denn viele Frauen, die eine größere Kleidergröße tragen, benötigen auch große BH-Cups. Landläufig gelten Größen ab einem D-Cup als groß. In Brafitter-Kreisen zählt ein D-Cup eher zu den kleinen Größen?

Die Cups können wir dann nochmals in zwei Kategorien einteilen: Soft-Cups – eingearbeitete Schalen, teils mit Unterbrust-Gummi oder Underwired-Cups – also Schalen mit Bügeln.

Wenn dir daran gelegen ist, eine gute Brustunterstützung zu haben, empfehle ich immer auf Bademode von Lingerie-Marken zurück zu greifen. Die Chance, dass die ansässigen Designer in der Konstruktion von BH-Cups fit sind, ist einfach deutlich höher als bei jedem Mode- oder Sport-Label.

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Ein weiteres Kriterium – die Bezugsquellen
Natürlich kennen wir alle die schönen Online-Shops aus UK und den USA, wo auch in großen Größen  attraktive Mode – auch Bademode – auf uns wartet. Aber wer seine Brüste für die sportliche Betätigung gut verpackt wissen will, ist mit Online-Shopping aus meiner Sicht schlecht beraten.

Die Passform eines Sportbadeanzuges in großer Größe – gerade mit Cups – kannst du beim Online-Shopping im Prinzip nur schätzen, weil du die landestypische Größenumrechnung und die eigene Größen-Interpretation der Marke mit einkalkulieren musst.

Nach langer Überlegung habe ich mich deshalb entschieden, in diesem Beitrag nur Sportbadeanzüge vorzustellen, die im stationären Handel erhältlich sind. Denn nur so ist sichergestellt, dass dein Sportbadeanzug dir auch wirklich passt.

Hier meine Kriterien nochmals auf einen Blick:

  • „(Ironie an) große Größe (Ironie aus)“ ab Konfektionsgröße 42,
  • gekreuzte Träger, damit nichts rutscht,
  • ein sportliches Design,
  • BH-Cups (Soft-Cups bzw. Bügel-Cups) für eine ordentliche Unterstützung der Brust,
  • erhältlich im stationären Handel, damit das Modell anprobiert werden kann –

 

Mein Fazit: Es gibt keinen (!) Sportbadeanzug in großen Größen und mit großen Cups. Und das ist unfassbar!

 

Bis gestern (28.01.2018) war hier noch die Active Linie von Freya zu sehen. Meine lieben Brafitterinnen haben mich aber netterweise informiert, dass der Hersteller die Linie ab 2018 nicht mehr produzieren wird. Warum zur Hölle???

Natürlich habe ich während meiner Recherche auch weitere Badeanzüge in großen Größen (oft ohne Cups, in wenig sportlichem Design bzw. auch aus ausländischen Online-Shops) entdeckt. Für ein wirklich sportliches Training sind sie aus meiner Sicht jedoch nur mögliche Alternativen. Fest steht, dass jedes Modell ein Kompromiss ist.

Ich frage mich, wieso auf Übergrößen spezialisierte Marken wie Ulla Popken, Sheego, HappySize & Co. keine Kooperation mit einem Label eingehen, das sich traut auch über Gr. 48/50 hinaus, einen Sportbadeanzug zu produzieren. Da muss doch was möglich sein, um die Kompetenzen in Sachen Passform und Style zusammen zu bringen! An der Stelle möchte ich auch gleich anmerken, dass ich gern bereit bin, als Berater und Model zu fungieren. Denn das Bildmaterial sollte ebenfalls eine Vielfalt an Frauen ansprechen.

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