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So lernt dein Baby sich selbst vorm Ertrinken zu retten

Jedes Jahr im Sommer hört man von Kleinkindern, die ertrinken – im heimischen Gartenteich oder im Urlaub im Pool. Kein Elternteil ist unfehlbar, sonst wären wir keine Menschen. Aber leider reicht ein winziger Moment der Unachtsamkeit aus. Doch mit einer speziellen Technik aus den USA können sich sogar Babys selbst vorm Ertrinken retten.

Seit fast 50 Jahren wird die Technik in den USA praktiziert  

Die Methode ISR wurde 1966 von Dr. Harvey Barnett entwickelt und wird in den USA heute von einem flächendeckenden Netz von Instruktoren vermittelt. Dort ist ISR nicht nur ein Nebenprodukt von Schwimmschulen, sondern wird oftmals hauptberuflich ausgeführt.

Außerhalb der Landesgrenzen ist ISR weniger bekannt: In Deutschland liegt das sicherlich auch daran, dass wir weniger Sonnenstunden verzeichnen können und es nicht so viele Poolbesitzer gibt. Außerdem ist die Ausbildung nicht nur sehr anspruchsvoll und fordernd, sondern auch kostspielig. Aus dem Ausland nehmen nur Wenige den Kostenblock von knapp 20.000 Dollar auf sich.

Marion Boesel-Wessler ist die einzige ISR-Instruktorin in der DACH-Region

Marion Boesel-Wessler hat sich mit der Ausbildung zur ISR-Instruktorin 2010 einen Traum erfüllt. Sie hatte von einer Mutter in ihren Babyschwimmkursen von der Technik erfahren und sich für die Ausbildung beworben. Nach einem ausgedehnten Auswahlverfahren durfte sie an dem Intensivtraining, das 8 Wochen lang täglich in Vollzeit absolviert wird, teilnehmen.

Marion Bössel-Wessler_ISR_Baby 3

Dabei gehört eine akademische Ausbildung in Kinderpsychologie, Physiologie, Anatomie und Verhaltensforschung zu den Pflichtteilen. Zusätzlich absolviert jeder Instruktor unter den Augen eines erfahrenen Master Instruktors mindestens 60 Praxisstunden mit Säuglingen und Kleinkindern im Wasser. Einmal zertifiziert müssen sich die Instruktoren jährlich fortbilden, um die Lizenz nicht zu verlieren.

Da jedoch einige Übungsteile der ISR-Methode in Deutschland schlecht umsetzbar sind, bietet Marion Boesel-Wessler ein eigens angepasstes Selbstrettungstraining für Babys und Kleinkinder an, dass auf den Prinzipien von ISR basiert.

So läuft ein Selbstrettungstraining für Babys und Kleinkinder ab

Frau Boesel-Wessler bringt Babys ab 6 Monaten bei, wie sie sich bei einem plötzlichen Sturz ins Wasser selbst helfen können. Dabei lernt das Kind sich allein auf den Rücken zu drehen, zu schweben und sich durch Schreien bemerkbar zu machen. Ältere Kinder erlernen zusätzlich eine Methode, wieder an den Beckenrand zu schwimmen und dabei ihre Kräfte einzuteilen.

Marion Bössel-Wessler_ISR_Baby 2_Drehen

Gerade Babys wird die Selbstrettungsmethode allein durch taktile Anreize der Instruktorin vermittelt. Eine mündliche Kommunikation ist in diesem Alter ja nicht möglich. Deshalb muss jeder Handgriff zu 100% sitzen und vor allem bestimmt und dennoch mit viel Einfühlungsvermögen ausgeführt werden.
Das verlangt von den Eltern, der Instruktorin voll zu vertrauen. Stehen sie nicht hinter ihrer Entscheidung für das Training, überträgt sich diese Unsicherheit auf das Kind und erschwert die Umsetzung erheblich. Denn schließlich sind die Eltern während des kompletten Trainings anwesend und müssen ihrem Kind Sicherheit vermitteln.

Um die Selbstrettungsmethode sicher zu beherrschen, werden Babys über einen Zeitraum von 3-4 Wochen täglich für ca. 10-15 min im Wasser trainiert. Dadurch verfestigen sich die erlernten Bewegungsmuster und sind im Notfall aus dem Langzeitgedächtnis abrufbar.

Kleinkinder üben ca.  4-8 Wochen, um die komplette Swim-Float-Swim-Methode zu erlernen. Eine Abwandlung dieser Technik befähigt die Kinder auch schon nach 1-2 Wochen täglichem Training, sich an einen nahen Beckenrand zu retten.

Wichtig ist dabei, dass die Kinder störungsfrei und in einem geschützten Rahmen betreut werden. Nur so können sie sich mit aller Aufmerksamkeit auf das Training konzentrieren. Zusätzlich muss gewährleistet sein, dass die Babys nicht frieren – eine Wassertemperatur von mindestens 28 – 31 Grad Celsius ist dafür Pflicht. Deshalb führt Marion Boesel-Wessler das Selbstrettungstraining in der Regel in ihrem eigenen Pool in Köln durch oder gibt im deutschsprachigen Raum Trainings in anderen Schwimmschulen.

Der Lohn für die temporäre Abgabe der Verantwortung ist die Gewissheit, dass das eigene Kind sich auch in Situationen, wo es z.B. durch andere Personen in unbekannten Umgebungen beaufsichtigt wird, selbst helfen könnte. Denn schließlich ist es besser, dass „das Kind auf dem Rücken schreit, als dass es auf dem Bauch im Wasser treibend keinen Mucks mehr von sich gibt“, resümiert Marion Boesel-Wessler.

Weitere Informationen zum Thema findet ihr hier (teilweise Englisch):

Autor: Tina Stavemann
Bildnachweis: Marion Boesel-Wessler (privat)

 

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