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Fräulein Annie: Bademode für Romantiker

Models: Bonnie Parker, Melanie Cripps, Emily Shaw aka ‚The Spinettes’ | Fotograf: Claire Pepper

Mit dem Label „Fräulein Annie“ setzt sich unsere Reihe zu kleinen, feinen Bademode-Marken aus Deutschland weiter fort.
Frauke Nagel’s Modellen sieht man die Liebe zum Detail auf den ersten Blick an: Wer sonst würde sich die Mühe machen, Wende-Bikinis und -Badeanzüge sogar mit eigens entworfenem Druck auf den Markt zu bringen? Eine grandiose Idee – praktisch und schön zugleich.

Models: Emma Dunbar, Laura Tyrer aka ‚The Valentines’ | Fotograf: Claire Pepper

Wie bist du dazu gekommen ein Label für Lingerie und Bademode zu gründen?

Ich habe viele Jahre als Designerin und Produktmanagerin in der Wäscheindustrie gearbeitet und bei großen wie kleinen Marken, Handelshäusern und Herstellern Erfahrung gesammelt. Die Idee, eine eigene Kollektion nach meinen Vorstellungen zu entwerfen, schlummerte wohl schon länger in mir. Der Auslöser aber kam von meiner engsten Freundin. Sie hatte mich in London besucht und wollte sich neu einkleiden. Schöne Mode in ihrer Größe zu finden, war kein Problem, aber das ‚Darunter’ ließ Wünsche offen. Wir fanden, dass das Angebot nicht genug auf unterschiedliche Körperformen einging. Vor allem bei den Unterteilen gab es nichts Schönes, was ihrer Sanduhr-Figur schmeichelte. Funktionale Wäsche, die auch Frauen steht, die keine Modelfigur haben und die trotzdem wunderschön sind, gab es nicht. Das wollte ich ändern. Zwei Jahre später gab es die erste Wäschekollektion von Fräulein Annie, ein weiteres Jahr später kam die Bademode dazu.

Was sind die Unterschiede im Design von Bademode und Lingerie?

Das Material macht einen großen Unterschied! Hochwertige Bademode ist aus sehr elastischen, synthetischen Stoffen, die schwer zu verarbeiten sind. Das Material muss extremen Anforderungen genügen, d.h. es muss Chlor- und Salzwasser sowie starker Sonnenstrahlung und Sonnenschutzcremes standhalten. Einige Farben sind weniger farbecht als andere, das muss man vorab mit den Stoffherstellern abstimmen. Aufgrund der hohen Anforderungen an das Material ist Bademode übrigens auch so teuer.

Models: Emma Dunbar, Laura Tyrer aka ‚The Valentines’ | Fotograf: Claire Pepper

Worauf legst du in deinen Bademoden-Kollektionen besonderen Wert?

Mir ist wichtig, dass die Kollektion unterschiedliche Figurformen berücksichtigt. Wir sind alle anders gebaut, deshalb gibt es keine Sets, sondern man kann Ober- und Unterteile frei kombinieren. Das würde ich in Zukunft gern noch weiter ausbauen.

Eignen sich die Modelle auch für sportliches Schwimmen oder sind sie eher für den Strandbesuch ausgelegt?

Fräulein Annie ist für Romantiker, die das Besondere lieben. Der Anspruch ist, am Strand und Pool eine gute Figur zu machen, zu baden und die Sonne zu genießen. Sportliches Schwimmen hat andere Anforderungen, da gibt es andere Marken, die sich darauf spezialisiert haben.

Woher nimmst du deine Inspirationen?

Kunst, Filme, Musik, Theater inspirieren mich. Daher rührt auch die Zusammenarbeit mit meinen Models, die ja eigentlich keine Models sind, sondern Tänzerinnen, Schauspielerinnen und Sängerinnen. Emily z.B. tourt gerade mit dem Musical Wicked durch England.

Was ist dir im Produktionsprozess wichtig?

Ich arbeite nur mit Lieferanten zusammen, die sich auf hohe Qualität verstehen und diese auch kompromisslos liefern. Dabei nehme ich in Kauf, dass es länger dauert und dass die Herstellung entsprechend kostspielig ist. Billige Massenware gibt es meiner Meinung nach genug.

Außerdem ist mir eine harmonische und faire Zusammenarbeit wichtig. Ich kenne die Produktionsstätte und die Mitarbeiter gut und besuche sie regelmäßig.

Models: Emma Dunbar, Laura Tyrer aka ‚The Valentines’ | Fotograf: Claire Pepper

Die aktuelle „Ahoi Sailor-Kollektion“ ist eher mädchenhaft verspielt. Wodurch ist sie inspiriert?

Bei dem Entwerfen der „Ahoi Sailor-Kollektion“ habe ich mich von der russischen Avantgarde der 20er Jahre inspirieren lassen. In diesem Stil haben wir unseren eigenen Druck entworfen. Ich arbeite mit Jane Ryan, einer irischen Künstlerin zusammen, die auch das Fräulein Annie Logo gezeichnet hat. Ihre Handschrift passt perfekt zum Stil der Marke.

Was würde dich in Sachen Bademode mal so richtig reizen?

Ich würde das Baukastensystem und das Größenspektrum gern weiter ausbauen. Es geht mir immer darum, möglichst viele Frauen anzusprechen und mich nicht auf einen Figurtyp festzulegen. Das ist sicher eine Herausforderung für jeden Hersteller, da es immer mit jahrelanger Entwicklungsarbeit und großen Investitionen verbunden ist.

Liebe Frauke, vielen Dank für das spannende Interview!

Weitere Informationen zu Fräulein Annie und Bezugsquellen findest du hier: http://www.frauleinannie.com

 

Autor: Tina Stavemann
Bildnachweise:  Alle Bilder wurden von Claire Pepper
– Titelbild – Models: Bonnie Parker, Melanie Cripps, Emily Shaw aka ‚The Spinettes’
– Weitere Bilder – Models: Emma Dunbar, Laura Tyrer aka ‚The Valentines’

 

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