Eine Aguahara-Session steht schon länger auf meiner Wunschliste für „Entspannungsformen im Wasser“. Anfang Oktober durfte ich diesen Plan dann endlich in die Tat umsetzen und kann nur sagen: Es war wunderschön, einzigartig und sicher nicht das letzte Mal!

Verantwortung abzugeben ist nicht so leicht…

Anfangs bin schon etwas unsicher, wie das sein wird, von der Aguahara-Praktikerin Lao im Arm gehalten und im Wasser bewegt zu werden. Ich bin eigentlich ein Mensch, dem seine Eigenständigkeit sehr wichtig ist. Die Kontrolle über meinen Körper und meine Bewegungen völlig an eine andere Person abzugeben und 100% zu vertrauen, ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Aber ich bin wild entschlossen, mich darauf einzulassen.

Lao macht es mir jedoch sehr leicht, mich mit der Situation vertraut zu machen. Sie begrüßt mich offen und warmherzig und bespricht mit mir, wie es mir gerade geht. Dieser sanfte Start gehört zu jeder Aguahara-Session dazu – ganz egal, ob man schon 20x gemeinsam im Wasser war oder neu startet.

Dadurch ist es sowohl für mich als auch Lao einfacher, uns aufeinander einzustellen. Gleichzeitig habe ich die Gelegenheit, ihr zu sagen, an welchen Stellen ich nicht gern angefasst werde oder wo ich Schmerzen habe und sie vorsichtig sein muss. Dieser Part ist für mich persönlich besonders wichtig, um sicher zu gehen, dass ich gut aufgehoben sein werde.

Dann geht’s auch schon ab ins wohlig-warme Wasserbecken. Lao gibt mir ein paar Nasenklemmen zum Ausprobieren, da wir vereinbart hatten, dass sie mich nicht nur über, sondern auch unter Wasser bewegt. Diese Dinger empfinde ich anfangs als störend, aber das Gefühl verliert sich sehr schnell.

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…den Kopf auszuschalten auch nicht.

Die ersten Minuten bin ich gedanklich noch völlig in meinen üblichen Routinen gefangen. Mir schießt durch den Kopf, wie ich diesen Artikel schreibe, wann meine nächste Bahn nach Hause fährt oder wen ich in den nächsten Tagen noch anrufen muss.  Doch irgendwann ist all das einfach weg. Ausgeknipst. Und ich kann endlich nur noch spüren, wie wunderbar es ist, für einige Zeit alle Verantwortung in vertrauensvolle Hände zu legen. Lao zieht und schiebt mich, sie wickelt mich ins Wasser, dreht mich, klappt mich zusammen und biegt mich in die Länge – wie eine Gummipuppe. Es ist herrlich! All meine Befürchtungen, ob sie meine Lungenkapazität vielleicht falsch einschätzt und ich unter Wasser schon japse, während sie noch fleißig dreht, sind Schall und Rauch. Die verabredeten Berührungs-Zeichen, bevor sie mich unter Wasser bringt, glasklar angezeigt. Sie drückt z.B. mein Handgelenk, ich atme tief und schon geht’s in diese wunderbare Stille. Ich möchte noch ewig so weitermachen!

Nun werden ihre Bewegungen langsamer. Sie holt mich behutsam wieder zurück in die Realität und ich kann mir die Zeit nehmen, die ich brauche, bis ich wieder in meinem Leben ankommen will. Ich fühle mich bei mir und entfernt von der Welt. Nach den letzten, doch sehr stressigen Wochen, ist das ganz ungewohnt und ich wünsche mich mit Warmflasche in mein Bett, bis ich wieder bereit für meinen Alltag bin.
Wenn dieser erste Einblick in die Aguahara-Welt spannend für dich war, schaue am 10. November wieder vorbei. Dann erscheint auf Aquamondo mein Interview mit dem Aguahara-Begründer, Alexander Siebenstern.

Falls du Lao gern in einem Aguahara-Workshop erleben möchtest, melde Dich gern direkt bei ihr.

In der Zwischenzeit kannst du dich mit diesem Aguahara-Video noch ein wenig einstimmen.

Bildnachweise: Sergio Calancha

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